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© Foto: Frigga Schnelle

Silben Sing-Sang

Ein amüsantes Melodienspiel mit Wortsilben

Frigga Schnelle


Ohne Material und Aufwand kann durch dieses Sing-Sang-Spiel eine Musikstunde mit Lachen, Spaß und guter Laune ausklingen.

Wer kennt nicht das bekannte Silbenspiel Tomatensalat? Dabei brüllen mehrere Personen gleichzeitig alle Silben eines Wortes. Ein oder mehrere Spieler müssen nun versuchen, die Silben herauszuhören und wieder zu einem Wort zusammenzusetzen.
Im Musikunterricht lässt sich dieses lustige Spiel gut als „kurze Unterbrechung“ oder wenn am Ende der Stunde noch ein paar Minuten Zeit sind, als Reserve, einsetzen. Auch zum Festigen und Vertiefen der Melodie eines neu gelernten Liedes kann das Spiel gute Dienste leisten. Beim Singen auf einer Silbe wird die Melodie immer wieder geübt, ohne dass dabei Langeweile aufkommt. Kennengelernt habe ich das musikalische Spiel mit dem Namen Die Silbensinfonie auf einem FachberaterInnentreffen Musik unter der Leitung von Anja Stanke.


So geht's

Ein oder mehrere SchülerInnen werden vor die Tür geschickt. Die Zurückgebliebenen überlegen sich ein mehrsilbiges Wort, z.B. To-ma-ten-sa-lat. Die Lehrkraft teilt die Gruppe in so viele Kleingruppen auf, wie das Wort Silben hat. Zu einer ausgewählten, allen bekannten Melodie, soll jede Kleingruppe die ihnen zugeteilte Silbe ununterbrochen im Melodierhythmus singen, wenn die vor der Tür wartenden MitschülerInnen wieder im Raum sind. Die Ratenden müssen nun versuchen, die Silben herauszuhören, zusammenzusetzen und das Wort zu bestimmen.


Hinweise, Tipps und Hilfen

Für den Anfang eignen sich besonders gut zusammengesetzte Nomen, die aus nur zwei einsilbigen Wörtern bestehen, wie z.B. Fuß-ball, Schul-hof, Lauf-rad, Bett-tuch, Tor-wart, Rock-band usw.
Nach dem Prinzip „vom Leichten zum Schweren“ werden die zu erratenden Wörter immer schwerer, je mehr Silben sie haben. Ein kleine Auswahl:
Zwei Silben: Mu-sik, Kla-vier, Gei-ge, No- te, Trom-mel
Drei Silben: Gi-tar-re, Po-sau-ne, O-bo-e, Mu-si-cal
Vier Silben: Kla-ri-net-te, No-ten-stän-der, Mu-sik-map-pe
Fünf Silben: Di-ri-gen-ten-pult, Trom-pe-ten-kon-zert.
Beachten sollte man auch, dass es mehreren ratenden Kindern leichter fällt, das Wort zusammenzusetzen als nur einem Rater. Hilfreich ist es auch, wenn die Ratenden wissen, um wie viele Silben es sich handelt und die Lehrkraft die herausgehörten Einzelsilben an der Tafel notiert, sobald sie erkannt und genannt werden. Bei sehr langen schwierigen Wörtern auch schon in der richtigen Reihenfolge.

Spielvarianten
Für jede zu erratene Silbe liegt eine Fußmatte (Zeitung oder ein Stück Papier geht auch) auf dem Fußboden. Jede Kleingruppe merkt sich eine der Matten für ihre Silbe. Das ratende Kind muss durch Berühren der Matte mit dem Fuß das Wort erraten. Bei jeder Berührung singt die Schülergruppe die entsprechende Silbe. Vielleicht gelingt es dem Ratenden sogar, die Matten in die richtige Reihenfolge zu legen. Das Mattenspiel kann leicht abgeändert werden, indem alle gleichzeitig leise ihre Silbe singen. Berührt der Ratende eine der Matten, singt die dazugehörende Gruppe ihre Silbe ganz laut.
Statt mehrsilbiger Wörter können auch Liedanfänge erraten werden, z. B. Der Kuckuck und der Esel. Die einzelnen Wörter des Liedanfangs werden von den Kleingruppen auf ein Kommando des Spielleiters gerufen oder auf einer anderen Melodie (z. B. Singt ein Vogel) gesungen. Achtung: Die Melodie vorher ansummen lassen, sonst singen die Kinder ihre Silbe auf die Melodie von Der Kuckuck und der Esel.
Bei den Hörbeispielen auf der CD sollen die Schüler erkennen, welche Wörter gesungen werden. Das kann in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit geschehen.

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